Beteiligungsmodelle innovativ vernetzen

Kategorie: Zivilgesellschaft

Titel der Challenge

Beteiligungsmodelle innovativ vernetzen.  Information – Zusammenarbeit – Vernetzung

Fragestellung

Gesucht sind innovative und inklusive digitale Werkzeuge und Funktionen, die Beteiligungsprozesse „von unten“ ermöglichen, Schnittstellen zu weiteren Akteuren aus Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft mitdenken und Zusammenarbeit mit der repräsentativen lokalen Demokratie und der Stadtverwaltung ermöglichen.

In zwei Modellgebieten sollen die Werkzeuge für die zwei Themenbereiche „gemeinsame Projektentwicklung“ sowie „Austausch und Vernetzung“ zusammen mit zivilgesellschaftlichen und städtischen Akteuren erprobt werden.

Welche Tools unterstützen dies auf welche Art und Weise?

Beschreibung der Challenge

Die Ausgestaltung der Demokratie wird aktuell in vielen Diskursen neu verhandelt. U.a. geht es darum, neue Formen demokratischer Prozesse, die den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen gerecht werden, zu erproben. Innovative analoge und digitale Beteiligungsverfahren, insbesondere solche mit einem hohen Grad an interaktiver Mitbestimmung und Co-Produktion spielen dabei eine besondere Rolle.

Zur Durchführung formeller und informeller Beteiligungsverfahren in der Raum-/Regional- und Stadtplanung gibt es auf Landesebene aktuell das Beteiligungsportal und auf kommunaler Ebene wird DIPAS am Beispiel Matthäikirchhof Leipzig erprobt.

In der Zivilgesellschaft und Start-Up-Szene entstehen parallel verschiedene digitale Lösungen zur Unterstützung von Beteiligungs- und Empowermentansätzen für zivilgesellschaftliche Akteure. Die Community-basierte Entwicklung sowie Herstellung von Schnittstellen zu und für öffentliche Einrichtungen / Kommunen spielt bei allen Beispielen eine besondere Rolle.

Beide Ansätze – Beteiligungsmöglichkeiten durch öffentliche Einrichtungen und neue Lösungen aus der Gründerszene für Bottom-up-Prozesse – sollen perspektivisch zusammen gebracht werden.

Der Mehrwert für die zivilgesellschaftlichen Akteure sowie Intermediäre (wie z.B. Bürgervereine, Stadtteilmanagements) liegt darin, dass sie durch die eingereichten Beiträge einen Überblick über digitale Lösungen für die Unterstützung ihrer Arbeit erhalten, die sich für ihre Problemstellungen vor Ort passgenau weiter entwickeln lassen.

Der Mehrwert für die Stadt liegt darin, eine transparente Übersicht über verschiedene Lösungsansätze zu erhalten und somit Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungsansätze abwägen zu können.

Für alle Akteure auf Seiten der Challengegeber und –nehmer besteht außerdem eine Chance, mögliche technische Schnittstellen  zu vorhandenen Beteiligungsplattformen in Leipzig sowie Sachsen zu qualifizieren und Informationen zum Aufbau oder der Weiterentwicklung eigener Lösungen zu erhalten.

Vision / erwartetes Ergebnis

Zusammen mit Akteuren aus zwei Leipziger Stadtgebieten möchte die Stadt Leipzig eine Marktübersicht über digital-analoge Lösungsansätze zur Stärkung zivilgesellschaftlichen Austauschs, Engagements und Co-Produktion im Rahmen von Bottom-Up-Prozessen in der Stadtentwicklung erhalten und mögliche Schnittstellen zur Erweiterung stadteigener Beteiligungsinfrastrukturen diskutieren. Zudem können Anregungen für den Austausch zur landesweit vorhandenen Beteiligungsplattformen mitgenommen werden.

Im Ergebnis sollen die Lösungen modellhaft in zwei Leipziger Gebieten erprobt werden. Im Erprobungszeitraum sollen Erkenntnisse zu technischen sowie gesellschaftlichen Anforderungen hinsichtlich co-kreativer Prozesse gewonnen werden.

Zum einen geht es um die digitale Unterstützung von Projektentwicklung aus dem Stadtteil heraus, mit dem Ziel der anschließenden finanziellen Unterstützung im Rahmen von sog. Verfügungsfonds oder anderen verfügbaren Fördermöglichkeiten. (Hinweise zu den Verfügungsfonds siehe weiterführende Informationen)  

Zum anderen geht es um die digitale Vernetzung und Austauschmöglichkeiten zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren als integralen Baustein innerhalb einer Webpräsenz zum Schwerpunkt.  

In beiden Fällen soll die Entwicklung und Erprobung in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort passieren. Eine Erläuterung wie demokratische Prozesse genau durch die technische Lösung gestärkt werden, soll dargelegt und die Schnittstellen zur lokalen repräsentativen Demokratie (u.a. Stadtrat, Stadtbezirksbeirat) und der Stadtverwaltung mitgedacht werden.

Gewünscht sind Aspekte wie:

  • Motivation und Aktivierung von Communities (z.B. mittels Gamification, Social Media)
  • intuitive Bedienbarkeit sowohl für Personen, die sich einbringen möchten, als auch für die partizipationsinitiierenden zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Einrichtungen (Administrationsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Berechtigungslevels und Moderationstools). D.h. auch ohne fundierte IKT-Kenntnisse soll eine Nutzung einfach möglich sein. Die Zielgruppen werden zusammen mit den lokalen Akteuren bei der Entwicklung definiert.
  • Online- und Offline-Beteiligung werden konzeptionell zusammen gedacht. Die Verschneidung von digitalen mit analogen Formaten (Terminankündigungen, etc.) ist wichtig.
  • Klare und einfache Darstellung von Prozessinformationen, z.B. die Nachvollziehbarkeit des Ablaufs, der Ergebnisse und der nachfolgenden Aktionen.
  • Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten.
  • Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.
  • Open-Source-Lösungen werden bevorzugt.
  • Darstellung von Kosten, Folgekosten sowie Technikwissen für Bedienung, Weitergabe von Wissen zum Tool in Organisationen

Die Tools und / oder Plattformen sollen sich modular ergänzen können.

IKT-Sicherheit und Datenschutz sind allen Akteuren ein besonderes Anliegen und spielen daher eine essentielle Rolle.

Ansprechpartnerin

Stadt Leipzig, Referat Digitale Stadt
Mary Uhlig, Projektmanagerin
E-Mail: mary.uhlig2@leipzig.de